Montag, 6. September 2010

Eine WG – ist das was für mich?

Sich für ein Studium im In- oder Ausland zu entscheiden, das bedeutet oftmals auch, sich in eine andere Stadt zu begeben um dort zu wohnen. Es stellt sich dann die Frage, ob man in ein Wohnheim, in eine WG oder in eine eigene Wohnung ziehen soll. Dieses Posting soll zumindest die Frage beantworten helfen, ob eine WG eine Wohnform ist, die zu einem passt.

Die Vorteile einer WG springen eigentlich sofort ins Auge: Man wohnt relativ günstig und kommt auch gleich in Kontakt mit neuen Menschen in einer neuen Stadt. Im Optimalfall zieht man in eine WG mit bereits bekannten oder gar mit Freunden, das kann gut gehen, muss aber nicht. Zieht man in eine WG mit ganz neuen Mitbewohnern, so kann das auch recht anstrengend werden.

Typisches Kampfgebiet ist das Bad. Wer darf als erster ins Bad und wer als letzter? Als Student kann man es sich hin und wieder evtl. zwar erlauben, etwas(!) zu spät zu kommen, aber es ist nicht empfehlenswert. Empfehlenswert ist es, eine WG zu wählen, in der nicht zu viele Leute sich um das Bad schlagen müssen. Alternativ kann man auch in eine nicht-Studenten-WG ziehen, in der es außer einem selbst nur Frühaufsteher gibt, die zu unmöglichen Uhrzeiten ins Bad müssen, während man selbst noch schlafen kann.

Der nächste kritische Punkt ist das Geld. Im Normalfall zahlt ein WG-Bewohner den Strom, da der Strom auf diesen Bewohner angemeldet ist. Entsprechend sollten … in regelmäßigen Abständen … die anderen Mitbewohner ihre Anteile an diesen Mitbewohner überweisen. Ob dabei nach qm, nach Stromverbrauch oder nach etwas anderem gezahlt wird, kann zur Streitfrage ausarten. Besondere Vorsicht ist (das weiß ich leider aus eigener Erfahrung) bei größeren Nachzahlungen geboten, die ein Mitbewohner bspw. an die Stadtwerke oder an den Vermieter entrichten muss. In diesen Fällen kann man durchaus länger auf Geld von seinen Mitbewohnern warten, besonders, wenn diese bereits ausgezogen, von der Nachzahlung allerdings noch betroffen sind!

WG-Feiern können schön sein und auch gemeinsames Kochen zählt zu den angenehmen Aktivitäten in einer WG. Auf der anderen Seite muss nach gemeinsamen Kochen auch abgewaschen werden, womit ich auch gleich zu weniger angenehmen Zeitvertreiben übergehe. Neben dem Abwaschen gibt es da insbesondere noch das Putzen vom Bad. Jeder ist mal dran, und jeder war gerade erst dran. Wer dann am „dran-sten“ ist und somit tatsächlich putzen muss, wird dann gern auf die nächste Woche verschoben.

Sollten die liebe dann doch sehr nervig werden, kann man mit den vielleicht 70 EUR, die man pro Monat spart, nach einem Studienjahr dann vielleicht einen Kurz- und zugleich Erholungsurlaub von der WG antreten (sofern das Geld nicht bereits in die Studiengebühren wanderte …).

Ebenfalls problematisch ist, wenn eine WG hellhörig ist. Möchte man gerade schlafen oder seine Ruhe haben, während die Mitbewohner krach machen, dann kann das ganz schön nervig werden. Muss man vielleicht sogar gerade lernen, hilft unter Umständen nur der Ausweg in die Bibliothek. Apropos stören, das können auch Mitbewohner die plötzlich miteinander in einer Beziehung sind ...

Wenn dir das alles nicht die Überzeugung für eine WG ruinieren konnte, dann ist eine WG sicherlich tatsächlich die richtige Wahl für dich! Um es noch einmal zu sagen: Eine WG kann auch schön sein, denn Vorteile hat sie eben auch ... nur müssen diese nicht unbedingt überwiegen ...

2 Kommentare:

  1. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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  2. Sehr gelunger Post! Gerade, wenn man ins Ausland geht, ist eine WG wohl die bessere Wahl, da man, wenn man mit Einheimischen zusammenzieht, viel besser und schneller die Sprache lernt und auch viel intensiver in Kontakt mit der Kultur kommt: Gepflogenheiten, Küche, etc.
    Doch leider ist dies nicht immer leicht, WGs mit Einheimischen zu findne, da diese an vielen Orten unter sich bleiben. Mein Erfahrung in Barcelona z.B.war, dass fast nur WGs mit internationalen Mitbewohnern aus anderen Ländern zu finden waren.
    Nicht zu unterschätzen sind übrigens auch unterschiedliche Bräuche der verschiedensten Nationen - da ist oft viel Feinfühligkeit und Toleranz gefragt!

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