Als angehender Student steht man nicht nur vor der Wahl eines Studienganges, sondern muss sich auch mit den Abschlüssen auseinandersetzen. Waren vor einigen Jahren noch Diplom und Magister die gängigen Abschlüsse, so steht man nun vor einem zweistufigen Weg.
Bachelor und Master: Der neue Weg
Seit der Bologna-Prozess in Kraft getreten ist, heißen die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master. Zunächst muss ein Student einen Bachelor-Abschluss erlangen. Mit diesem Bachelor-Abschluss kann man sich für ein Masterstudium bewerben.
Credit-Points
In einem Bachelor- bzw. Master-Studium müssen so genannte Credit-Points gesammelt werden. Im Normalfall sollten 30 solcher Credit Points, die als Belohnung für bestandene Klausuren, gemachte Hausarbeiten, Seminarvorträge und nach ähnlichen Leistungen vergeben werden, von einem Studenten erreicht werden.
Aus diesem Grund umfasst ein Bachelorstudium zwischen 180 und 240 Credit Points (6*30 CP bzw. 8*30 CP). Ein Credit Point soll eigentlich an allen europäischen Hochschulen gleich viel Wert besitzen (man spricht daher auch vom European Credit Transfer System, kurz ETCS). In der Praxis werden Credit Points bei einem Hochschulwechsel jedoch kaum von einer anderen Hochschule für ähnliche Veranstaltungen an einer anderen Hochschule akzeptiert. Dieses Problem tritt besonders bei Auslandssemestern auf, nach denen die mitgebrachten CP an der Heimat-Hochschule angerechnet werden sollen.
Das Bachelorstudium
Das Bachelorstudium hat eine Regelstudienzeit von 3 bis 4 Jahren (in den allermeisten Fällen 3 oder 3,5 Jahre, also 6 bzw. 7 Semester). In Ausnahmefällen umfassen Bachelor-Studiengänge volle 4 Studienjahre (8 Semester) und werden dann meist als "Bachelor with Honors" abgeschlossen, der dem Diplom von Fachhochschulen gleichgesetzt ist.
Das Masterstudium
Ein Masterstudium baut in der Regel auf einem Bachelorstudium gleicher Art auf ("konsekutiver Master") oder setzt nur *irgendeinen fachfremden* Bachelor voraus ("nicht konsekutiver Master"). Ein konsekutiver Masterstudiengang wäre bspw. ein Masterstudium der Informatik, dass immer ein vorherigen Bachelor-Abschluss in Informatik (oder einer sehr verwandten Disziplin voraussetzt). Bringt man nicht den exakt vorgeschriebenen Bachelor für ein Masterstudium mit, müssen oftmals Prüfungen aus dem Bachelorstudium des jeweiligen Fachs nachgeholt werden. Ein nicht konsekutiver Masterstudiengang wäre hingegen ein Master im Bereich Geschäftsführung, genannt Master of Business Administration (MBA). Ein Absolvent mit einem Bachelor-Abschluss in Mathematik kann daher ohne Probleme ein MBA-Studium absolvieren.
Ein Masterstudium umfasst 2-4 Semester (60 bis 120 CP) und dient in den meisten Fällen der wissenschaftlichen Vertiefung des Wissens der Studenten. Oft bieten Masterstudiengänge jedoch auch praktisches Vertiefungswissen -- etwa bei einem Master of Business Administration.
Die Zulassungsvoraussetzungen für Masterstudiengänge sind sehr unterschiedlich. Oftmals ist es notwendig, einen Schnitt von 2,5 im Bachelor-Studium sowie von 2,0 in der Bachelor-Abschlussarbeit (Bachelorarbeit) zu erreichen.
Studienmodell in Deutschland
Welcher Abschluss nach welchem folgt und wie lang das alles dauert, habe ich bereits hier beschrieben.
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