Donnerstag, 19. Januar 2012

Thema Mietrecht: Worauf muss ich beim Einzug in eine WG achten? (Gastbeitrag)

Anmerkung: Dieser Gastbeitrag wurde von der just-study Redakteurin Jessica Jäger bereitgestellt.

Nachdem auf diesem Blog bereits auf Vor- und Nachteile einer WG eingegangen wurde und erst vor kurzem das Problem Studienplatzklage thematisiert wurde, soll es in diesem Beitrag erneut um die Themen Wohngemeinschaft und Recht gehen: Das Mietrecht in der WG.

Auswahl der WG: Was ist am wichtigsten?

Die wahrscheinlich wichtigste Information ist jene, die das Modell der WG betrifft. Hierbei kann nämlich in zwei Arten unterschieden werden:

Option 1: Die erste Möglichkeit sieht vor, dass alle Bewohner einer Wohnung gemeinsam eine Partei des Mietvertrages darstellen. Deshalb ist bei diesem Modell die maximale Anzahl an Mitbewohnern festgelegt. Scheidet ein Bewohner aus, muss ein neuer den Mietvertrag auch aus diesem Grund übernehmen. Doch hat der Vermieter hier ein Wörtchen mitzureden: Er kann zum einen im Mietvertrag festlegen, dass überhaupt kein Mieterwechsel stattfinden darf, und zum anderen darf er Mieter einfach entlassen und selbst Nachfolger bestimmen.

Rechtlich wichtig ist bei der ersten Option, dass der gesamte Mietvertrag seitens der Mieter von allen Bewohnern gekündigt werden muss. Möchte ein Vermieter eine Wohngemeinschaft auflösen, so muss jener ebenso allen Mietern kündigen.

Option 2: Hierbei ist eine Person eine Partei des Mietvertrages. Dieser Hauptmieter darf weitere Bewohner zur Untermieter aufnehmen, wobei hier die maximale Anzahl an Untermietern zumeist auch im Hauptmietvertrag festgelegt ist. Beim Einzug in eine solche WG sollte abgeklärt werden, ob der Hauptmieter eine personengebundene oder eine generelle Erlaubnis zur Untervermietung besitzt. Im ersten Fall darf dann jener nämlich nur neue Mitbewohner aufnehmen, wenn dies vom Vermieter abgesegnet wurde. Bei einer generellen Erlaubnis kann der Hauptmieter jedoch ohne Zustimmung und je nach Laune Bewohner entlassen und aufnehmen. Die Unterteilung in generelle oder personengebundene Erlaubnis ist später bei der Haftung von Bedeutung.

Aus diesem Grund kommt dem Hauptmieter eine Treuhand-Funktion in Beziehung zu dessen Mietern zu. Hier ist also Vorsicht geboten.

Wer haftet in einer WG?

Die Mietverbindlichkeiten in einer Wohngemeinschaft unterteilen sich in:

a) Primärverbindlichkeiten:
- vor allem die Miete
- hier haften alle Mitglieder unbeschränkt und persönlich gemäß §§ 427,421 ff. BGB wegen gemeinschaftlicher Mitverpflichtung
- zahlt jemand die Miete nicht, so muss definitiv nur diese Person dafür aufkommen

b) Sekundärverbindlichkeiten:
- Stromkosten, Schäden usw.
- in der Option 1 der Mietmodelle haftet nur die Person, welche eine vertragliche Pflicht verletzt hat (§ 425 BGB und § 425 Abs 1 in Verbindung mit Abs. 2 BGB)
- in der Option 2 haften alle Mitglieder bei Verletzung einer Sekundärverbindlichkeit eines Mitbewohners (§ 278 BGB oder § 31 BGB)

Mieterwechsel: Was ist beim Ein- und Auszug zu beachten?

Auch hier gibt es je nach Modell des Mietvertrages Unterschiede.

Einzug in eine WG:

Soll ein freier Platz in einer WG wieder gefüllt werden, so muss in der Option 1, bei der alle Mieter eine Partei des Mietvertrages sind, der Mietvertrag des Vormieters durch den Nachmieter übernommen werden. Deshalb müsste das neue Mitglied in diesem Wohnverhältnis theoretisch auch für die bis dato durch den Vormieter angefallenen Mietverbindlichkeiten aufkommen. Praktisch ist dies jedoch nicht haltbar, weshalb im Mietvertrag eine Klausel vorhanden sein sollte, die jenen Umstand ausschließt.

In der Option 2 hängt der Mieterwechsel wie oben bereits erwähnt von der Art der Erlaubnis zur Untervermietung durch den Hauptmieter ab. Prinzipiell handelt es sich bei diesem WG-Modell jedoch nicht um eine Übertragung des Mietvertrages. Verfügt der Hauptmieter über eine generelle Erlaubnis, kommen harte Haftbestimmungen auf den Einziehenden zu, da dieser für mögliche Mietverbindlichkeiten eines Vormieters aufkommen muss. Hier ist keine Abänderung im Mietvertrag möglich. Ist die Erlaubnis jedoch personengebunden, so gilt diese Bestimmung nicht.

Auszug aus einer WG:

Hier müssen bei Option 1 wie auch beim Einzug alle Mitglieder und auch der Vermieter einem Wechsel der Mieter zugestimmt haben. Auch sollte im Vertrag dabei angegeben sein, dass der ausziehende Bewohner nicht für die zukünftigen Mietverbindlichkeiten des Nachmieters haften muss. Wichtig ist, dass der Auszugswunsch vom Mieter abgesegnet werden muss, da der Auszug allein als Auflösung des Mietverhältnisses nicht ausreicht.

Für Option 2 gilt für das Ausscheiden das gleiche, wie für den Einzug: Ist die Erlaubnis zur Untervermietung generell, so muss das ausziehende Ex-WG-Mitglied für fünf weitere Jahre nach dem Auszug für Mietverbindlichkeiten aufkommen. Ist die Erlaubnis personengebundener Art, so entfällt diese Klausel.

Zusammenfassung: Genau hinschauen

Die Option 1 ist die häufigste, da sie am einfachsten ist. Doch hier besitzt der Vermieter viel Macht. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass ein- oder ausziehendes Mitgliede nicht für die Mietverbindlichkeiten des Vor- bzw. Nachmieters haften muss.

Die Option 2 bietet den Mietern mehr Freiheiten, doch ist gerade der Fall einer generellen Erlaubnis zur Untervermietung mit harten Haftungspflichten verbunden. Sollte sich also für eine WG dieses Modelltyps entschieden werden, so sollte das Augenmerk darauf liegen, das zum einen der Hauptmieter vertrauenswürdig erscheint und dieser zum zweiten nur über eine personengebundene Erlaubnis verfügt.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Gastbeitrag: So funktioniert eine Studienplatzklage

Anmerkung: Dieser Gastbeitrag wurde von den Rechtsanwälten Selbmann & Bergert bereitgestellt.

Das neue Semester hat begonnen und wieder einmal strömen tausende junger Menschen an die deutschen Hochschulen. Egal ob Geisteswissenschaften, Mathematik oder Forstwirtschaft, das Studienangebot ist groß und die Auswahl oft nur durch den eigenen Numerus Clausus beschränkt. Dieser hat leider viel zu oft Auswirkungen auf den Weg, den man in Zukunft einschlagen wird.

Zu den Studiengängen mit dem größten Andrang zählen Medizin, Psychologie und Tiermedizin. Bewirbt man sich auf diese Studiengänge, hat man oft nur mit sehr guten Noten eine reelle Chance auf den gewünschten Studienplatz. In den meisten Fällen sind jedoch auch diese nicht ausreichend, da zu wenige Studienplätze in diesen Fachrichtungen zur Verfügung stehen.

Ein Mittel, um doch noch den gewünschten Studienplatz zu erhalten, ist die Studienplatzklage. Doch wie genau funktioniert diese eigentlich und warum hat sie in vielen Fällen Erfolg? Alle deutschen Hochschulen sind vom Gesetz her verpflichtet, so viele Studienplätze zur Verfügung zu stellen, wie es ihre Auslastungskapazität zu lässt. Diese Zahlen werden jedes Jahr neu berechnet.

An diese Stelle setzt die Studienplatzklage an. Mit Hilfe eines gerichtlichen Verfahrens werden weitere Studienplätze erwirkt, indem die Auslastungskapazität der Hochschule noch einmal neu berechnet wird. Damit die Studienplatzklage von Erfolg gekrönt ist, sollte man auf eine erfahrene Kanzlei setzen. Diese hilft bei der Bewältigung der zahlreichen Hürden auf dem Weg zum Traumstudium.

Am Anfang aller Bemühungen steht die selbstständige Bewerbung auf den Studienplatz der Wahl. Darüber hinaus hilft die Kanzlei dabei, ein Schreiben zu verfassen, indem man sich ausdrücklich auf einen Studienplatz außerhalb der Kapazitäten bewirbt. Werden im nächsten Schritt nun beiden Bewerbungen von der Hochschule abgelehnt, folgt durch einen Antrag auf den Erlass einer einstweiligen Anordnung der Gang vor das Gericht.

Gericht und Kanzlei werden nun damit betraut, die Berechnungen der Auslastungskapazität der Hochschule erneut zu überprüfen. Hier stellt sich im günstigsten Fall heraus, dass die Universität doch noch einige freie Plätze zur Verfügung hat, die nun vom Gericht im Schnellverfahren verteilt werden.

Der positive Ausgang einer Studienplatzklage ist also durchaus möglich. Hier sollte man sich jedoch eine Kanzlei suchen, die in allen Belangen unterstützend zur Seite steht und nützliche Tipps geben kann. Dann steht einem erfolgreichen Start ins Studium nichts mehr im Wege.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie unter www.studienplatz-klage.de.

Sonntag, 26. Juni 2011

Spiegel Online über Mathematik in Technikfächern

Überleben im Technikstudium. Ohne Mathe wird es schwer. Anscheinend zieht nur jeder zweite Student sein Studium bis zum Ende durch. Selbstverständlich kommt der Artikel auf die guten Jobchancen nach dem Studium zu sprechen, aber das wissen wir doch schon.

Ich denke im Artikel wurde etwas vergessen: Viele Studienanfänger werden eine falsche Vorstellung vom Studieninhalt haben und deswegen ihr Studium abbrechen. Mir sind zumindest mehrere solcher Fälle bekannt.

Dienstag, 21. Juni 2011

Fernstudium an der FernUniversität Hagen

Die Süddeutsche hat einen schönen Beitrag zur FernUniversität Hagen veröffentlicht, der sich hier finden lässt.

Montag, 6. September 2010

Eine WG – ist das was für mich?

Sich für ein Studium im In- oder Ausland zu entscheiden, das bedeutet oftmals auch, sich in eine andere Stadt zu begeben um dort zu wohnen. Es stellt sich dann die Frage, ob man in ein Wohnheim, in eine WG oder in eine eigene Wohnung ziehen soll. Dieses Posting soll zumindest die Frage beantworten helfen, ob eine WG eine Wohnform ist, die zu einem passt.

Die Vorteile einer WG springen eigentlich sofort ins Auge: Man wohnt relativ günstig und kommt auch gleich in Kontakt mit neuen Menschen in einer neuen Stadt. Im Optimalfall zieht man in eine WG mit bereits bekannten oder gar mit Freunden, das kann gut gehen, muss aber nicht. Zieht man in eine WG mit ganz neuen Mitbewohnern, so kann das auch recht anstrengend werden.

Typisches Kampfgebiet ist das Bad. Wer darf als erster ins Bad und wer als letzter? Als Student kann man es sich hin und wieder evtl. zwar erlauben, etwas(!) zu spät zu kommen, aber es ist nicht empfehlenswert. Empfehlenswert ist es, eine WG zu wählen, in der nicht zu viele Leute sich um das Bad schlagen müssen. Alternativ kann man auch in eine nicht-Studenten-WG ziehen, in der es außer einem selbst nur Frühaufsteher gibt, die zu unmöglichen Uhrzeiten ins Bad müssen, während man selbst noch schlafen kann.

Der nächste kritische Punkt ist das Geld. Im Normalfall zahlt ein WG-Bewohner den Strom, da der Strom auf diesen Bewohner angemeldet ist. Entsprechend sollten … in regelmäßigen Abständen … die anderen Mitbewohner ihre Anteile an diesen Mitbewohner überweisen. Ob dabei nach qm, nach Stromverbrauch oder nach etwas anderem gezahlt wird, kann zur Streitfrage ausarten. Besondere Vorsicht ist (das weiß ich leider aus eigener Erfahrung) bei größeren Nachzahlungen geboten, die ein Mitbewohner bspw. an die Stadtwerke oder an den Vermieter entrichten muss. In diesen Fällen kann man durchaus länger auf Geld von seinen Mitbewohnern warten, besonders, wenn diese bereits ausgezogen, von der Nachzahlung allerdings noch betroffen sind!

WG-Feiern können schön sein und auch gemeinsames Kochen zählt zu den angenehmen Aktivitäten in einer WG. Auf der anderen Seite muss nach gemeinsamen Kochen auch abgewaschen werden, womit ich auch gleich zu weniger angenehmen Zeitvertreiben übergehe. Neben dem Abwaschen gibt es da insbesondere noch das Putzen vom Bad. Jeder ist mal dran, und jeder war gerade erst dran. Wer dann am „dran-sten“ ist und somit tatsächlich putzen muss, wird dann gern auf die nächste Woche verschoben.

Sollten die liebe dann doch sehr nervig werden, kann man mit den vielleicht 70 EUR, die man pro Monat spart, nach einem Studienjahr dann vielleicht einen Kurz- und zugleich Erholungsurlaub von der WG antreten (sofern das Geld nicht bereits in die Studiengebühren wanderte …).

Ebenfalls problematisch ist, wenn eine WG hellhörig ist. Möchte man gerade schlafen oder seine Ruhe haben, während die Mitbewohner krach machen, dann kann das ganz schön nervig werden. Muss man vielleicht sogar gerade lernen, hilft unter Umständen nur der Ausweg in die Bibliothek. Apropos stören, das können auch Mitbewohner die plötzlich miteinander in einer Beziehung sind ...

Wenn dir das alles nicht die Überzeugung für eine WG ruinieren konnte, dann ist eine WG sicherlich tatsächlich die richtige Wahl für dich! Um es noch einmal zu sagen: Eine WG kann auch schön sein, denn Vorteile hat sie eben auch ... nur müssen diese nicht unbedingt überwiegen ...

Freitag, 6. August 2010

Geisteswissenschaften ohne Latinum studieren -- geht das?

Da ich selber kein Latinum habe (was mich übrigens durchaus ärgert), allerdings nun über ein geisteswissenschaftliches Zweitstudium (oder eher: Drittstudium) nachdenke, bin ich auf die Problematik gestoßen, dass bei den meisten geisteswissenschaftlichen Fächern ein Latinum verlangt wird.

Wie verhält es sich nun genau?

Es gibt einige geisteswissenschaftliche Fächer (etwa Soziologie/Politikwissenschaften) bei denen nicht immer zwingend ein Latinum vorgeschrieben hast; überhaupt scheint dies von Universität zu Universität unterschiedlich zu sein. Für Sprachwissenschaften gibt es aber kaum einen Weg am Latinum vorbei.

Welche Möglichkeiten gibt es, diese Hürde zu nehmen?

Die meisten Universitäten bieten Kurse an, um das Latinum zu erlangen. Außerdem verlangt etwa die Universität Augsburg das Latinum für diverse Bachelor-Studiengänge erst gegen Ende des Studiums. In diesem Fall lässt sich also parallel zum Studium das Latinum nachträglich erarbeiten (die entsprechende Prüfung muss -- zumindest hier in Bayern -- jedoch letztlich an einem Gymnasium abgelegt werden).

Außerdem gibt es oftmals Studiengänge, die ähnlich dem gewünschten Studiengang sind, und kein Latinum erfordern. Möchte man etwa vergleichende Literaturwissenschaft studieren, könnte man auch an der FernUniversität Hagen Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft studieren, wofür kein Latinum benötigt wird. (-> Zum Fernstudium werde ich in Kürze auch noch einen Beitrag schreiben.)

Neben den Universitätskursen gibt es auch noch private Schulen, in denen man Lateinkurse belegen kann und auch einige Volkshochschulen führen Lateinkurse in ihren Listen.

Dienstag, 3. August 2010

Der Campusroman

Der Campusroman (oder auch Universitätsroman) ist laut Wikipedia ein Roman, dessen Handlung hauptsächlich in und um das Gelände einer Universität angesiedelt ist.

Welche bekannten deutschsprachigen Campusromane gibt es eigentlich? Ich habe in den letzten Monaten zwei solcher Romane gelesen (und den dritten bereits angelesen). Hier eine kleine Übersicht:

Magistra von Monika Bohn



Klappentext: Eine kleine norddeutsche Universitätsstadt: Die junge Magistra Kathrin fühlt sich zu ihrem doppelt so alten Doktorvater Prof. Förster hingezogen. Die romantische Liaison wendet sich zum Unromantischen, als er seine akademische Machtstellung mit sexuellen Forderungen verknüpft. Während die Heldin ratlos zwischen Lachen und Weinen taumelt, weiß der alte Platzhirsch seinen Ruf als ehrbarer Professor geschickt zu wahren.

Kurzbewertung: Das Buch ließt sich gut und ist auch nicht dick. Ich kann es durchaus empfehlen, auch wenn die Handlung hier und da etwas vorhersehbar ist. (3 von 5 Punkten (XXX__)


Nur die Stärksten überleben von Helene Uri



Klappentext: Pål Bentzen ist ein glücklicher Mann: Er hat sich eine Forschungsstelle am renommierten Institut für Sprachwissenschaft erkämpft und mit seiner ehrgeizigen Kollegin Nanna eine verheißungsvolle Affäre begonnen. Nanna arbeitet an einem vielversprechenden Projekt, und Pål unterstützt sie nach Kräften. Dass sie in der Öffentlichkeit über ihre Beziehung Stillschweigen bewahrt, stört ihn kaum. Eines Tages stößt Pål im Kopierraum auf einen Text der angesehenen Professorin Edith Rinkel. Vieles darin kommt ihm irgendwie bekannt vor. Hat die Professorin ihre Thesen womöglich aus Nannas Arbeit gestohlen? Helene Uris Campusroman entlarvt die dunklen Seiten der nicht immer ganz so hehren Welt der Wissenschaft und erzählt dabei vom Kampf zweier ungewöhnlichen Rivalinnen.

Kurzbewertung: Ein sehr spannendes Buch (428 Seiten). Nicht die gesamte Handlung spielt an der norwegischen Universität (und dort meist im Institut für futuristische Linguistik), sondern auch auf Reisen (etwa zu Kongressen), was ich persönlich sehr gut finde. Dieses Buch hat alles, was ein Campusroman braucht. 4,5 von 5 Punkten (XXXXx)

Der Campus von Dietrich Schwanitz



Klappentext: Hanno Hackmann ist Professor für Kultursoziologie an der Universität Hamburg. Er gilt als kompetent und integer. Einzig sein Verhältnis zu der Studentin Barbara Clauditz, genannt Babsi, wird ihm immer mehr zu einer Bedrohung. Kurzerhand entschließt er sich, ihr den Laufpaß zu geben. Babsi wünscht sich zum Abschied, nur noch ein einziges Mal mit ihm in seinem Arbeitszimmer schlafen zu dürfen. Hackmann läßt sich nicht zweimal bitten. Zur Freude der gaffenden Bauarbeiter, die mit Beifall skandieren.

Wie der Zufall es will, übernimmt Babsi die Rolle einer von einem Professor vergewaltigten Studentin in einer universitären Theateraufführung und bricht dort zusammen. Um ihrer Schauspielkarriere einen Schub zu geben, behauptet sie, tatsächlich von einem Hochschullehrer vergewaltigt worden zu sein. Eine Lawine von Nachforschungen, Intrigen, falschen Behauptungen und Bestechungen wird ausgelöst, die nicht mehr zu stoppen ist. Auf Hanno Hackmann, der als hoffnungsvoller Kandidat als Universitätspräsident galt, wird eine regelrechte Hexenjagd veranstaltet. Da Babsi bei ihm ihre Diplomarbeit schreiben wollte, gerät er bald in Verdacht.


Kurzbewertung: Das Buch hatte ich tatsächlich für 1 ct bei Amazon gebraucht bestellt (+Versand natürlich), angelesen, in Kassel im Bahnhofsschließfach vergessen, neu gekauft (wieder bei Amazon, wieder gebraucht, wieder für 1 ct) und nun endlich durchgelesen. Die Beschreibung der Machtkämpfe innerhalb der Universität und die Problematik, in der sich Prof. Hackmann befindet, sind einfach großartig beschrieben. 5 von 5 Punkte (XXXXX)

Der Karpfenteich von Carl-W. Voss



Dieses Buch habe ich noch gar nicht in die Finger bekommen, daher hier nur der Text von Amazon: Anhand einer Geschichte zwischen Mann und Frau, die so oder ähnlich auch außerhalb einer Universität stattfinden könnte, werden Tricks, Taktiken und Skandale geschildert, die nur allzu typisch sind für die Innenwelt mancher deutschen Hochschule. Einiges ist direkt, vieles nur indirekt mit der zentralen Handlung - einer Vergewaltigung und dem Versuch der Schadensbegrenzung - verbunden und kann daher weitgehend Allgemeingültigkeit beanspruchen. Ein Insider, subtiler Kenner der Hochschulszene und ihrer Repräsentanten - des sogenannten Karpfenteichs - wandelt Erfahrung in Fiktion und gibt doch authentisches Zeugnis einer Welt, die sich sonst nicht so einfach in die Karten blicken lässt. Seine eigentlichen Helden sind Frauen - keine davon in leitender Position, und keine im Professorenamt.

Die Intrige von Dorothee Nolte (habe nicht gelesen, nur gefunden)



Beschreibung von Amazon: Wenn doch alle Seminare so lebensnah wären wie das von Professor Knospe. Allen Teilnehmern des Intrige-Seminars an der Berliner Humboldt-Universität wird klar, daß dies ihr Leben verändern wird. Mit spielerischer Leichtigkeit und frechem Witz schickt Dorothee Nolte eine Gruppe Berliner Studenten auf eine Reise, bei der Dichtung und Wahrheit in einem völlig neuen Licht erscheinen.

Der Schatten der Ideen von Klaus Modick (nicht gelesen, nur bei Amazon gefunden)



Beschreibung von Amazon: Zwei Menschen, zwei Jahrhunderte, zwei deutsche Schicksale in Amerika. Ein eminent spannender, hellsichtiger und zeitloser Roman über Faszination und Widersprüche eines Landes, das sich seiner selbst nie sicher ist.

1935: Der deutsche Historiker Julius Steinberg flüchtet wegen seiner jüdischen Herkunft aus Nazideutschland in die USA. Nach einer dramatischen Odyssee durchs Elend des Exils findet er sein privates und berufliches Glück als Professor am Vermonter Centerville College. Doch als er unverschuldet in die Mühlen von McCarthys Hexenjagd auf Kommunisten gerät, wird Steinbergs amerikanischer Traum zum Albtraum. Ein halbes Jahrhundert später, im Jahr des Irak-Kriegs, kommt der Schriftsteller Moritz Carlsen als Writer in Residence ans Centerville College, um dort ein halbes Jahr lang zu unterrichten. Die Arbeitsbedingungen sind gut, das Salär angemessen, und der allgegenwärtige Patriotismus, mit dem die Amerikaner ihre Truppen im Irak unterstützen, scheint in Centerville nur eine lästige Pflichtübung zu sein. Doch dann stößt Carlsen durch Zufall auf Briefe und nachgelassene Aufzeichnungen Julius Steinbergs — geschrieben im Gefängnis. Anfangs nur neugierig, recherchiert Carlsen den abenteuerlichen Lebensweg des vor 50 Jahren emigrierten Historikers und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur. In der von Misstrauen und Hysterie geprägten Gegenwart macht er die bittere Erfahrung, dass die Geschichte sich wiederholt. Denn Carlsen bringt einen Mann und verstörende Ereignisse ans Licht, an die sich in Centerville niemand erinnern will ...

Weitere Campusromane

Es gibt noch eine Reihe weiterer deutschsprachiger Campusromane (und natürlich auch englischsprachiger, aber bis zu diesen bin ich noch nicht gekommen). Hier eine Liste, die ich aus der Dissertation von Victoria Stachowicz (im obig genannten Wikipedia-Eintrag verlinkt, S. 244) entnommen habe:

Bodenstein, Eckhard: Das Ernie-Prinzip. Ein Campusroman, Frankfurt a.M.: Eichborn 1999
Dorn, Thea: Berliner Aufklärung, Berlin: Rotbuch 1996
Heichen, Walter: Die Stiefkinder der alma mater. Roman aus einer Universitätsstadt, Dresden: Gustav Herrlich 1905
Hüfner, Stefan: Der Physiker und sein Experiment. Aus dem Leben eines außerordentlichen Professors, Konstanz: Universitätsverlag 1988
Kinder, Hermann: Vom Schweinemut der Zeit, Zürich: Diogenes 1980
Nolte, Dorothee: Die Intrige. Ein Campus-Roman, Berlin: Argon 1998
Schmickl, Gerald: Alles, was der Fall ist, Wien: Deuticke 1994
Schwanitz, Dietrich: Der Campus, Frankfurt a.M.: Eichborn 1995
Schwanitz, Dietrich: Der Zirkel. Eine romantische Komödie, Frankfurt a.M.: Eichborn 1998
Spitzer, Hartwig: Elfenbeinturm. Roman einer Universität, Frankfurt a.M.: R. Fischer 1993
Stengl, Britta: Stiftlingen. Ein Universitätsroman, Tübingen: Klöpfer und Meyer 1997
Tholpek, Hans: Der frühe Rückzug. Ein Hochschulroman, Trier: Wissenschaftlicher Verlag 1987
Trudt, Heiner: Bockenheimer Bouillabaisse. Ein Uni-Krimi, Frankfurt a.M.: Eichborn 1997
Wierichs, Peter: Professoren sterben selten leise, Mühlheim: Graf von Westarp 1986
Zeller, Michael: Follens Erbe. Eine deutsche Geschichte, München: dtv 1990

Und nun viel Spaß beim Lesen!